| Veranstaltung: | Wahlversammlung 22.-23.11.2025 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2. Aufstellung des Wahlvorschlags für die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung bei der Kommunalwahl am 15. März 2026 |
| Antragsteller*in: | Oksana Pavliuk |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 22.11.2025, 16:41 |
Listenplatz 3 - Oksana Pavliuk
Antragstext
Liebe Freund*innen,
mein Name ist Oksana Pavliuk. Ich bin IT-Projektleiterin, Gründerin und
Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Vereins Perspektive Ukraine. Geboren und
aufgewachsen in der Ukraine, lebe ich seit 2012 in Deutschland und seit 2019 in
Frankfurt – einer Stadt, die für Vielfalt, Demokratie und Zusammenhalt steht.
Nach dem Beginn des großangelegten Angriffskrieges gegen die Ukraine im Jahr
2022 habe ich den gemeinnützigen Perspektive Ukraine mitgegründet. Unser Ziel:
humanitäre Unterstützung vor Ort, Solidarität mit Geflüchteten hier in Frankfurt
und ein klares Eintreten für Menschenrechte, Frieden, Freiheit und Demokratie.
Gemeinsam mit vielen engagierten Menschen organisierten wir Demonstrationen,
Veranstaltungen und Aktionen, bei denen uns die Stadt Frankfurt und die GRÜNEN
stark unterstützt haben.
Bereits im März 2022 begleitete ich die erste humanitäre Fahrt in die Ukraine.
Es folgten weitere Transporte mit dringend benötigten Hilfsgütern für
Binnengeflüchtete in die Ukraine.
Im Februar 2023 brachte ich medizinische Geräte nach Charkiw in ein durch den
Krieg beschädigtes Perinatalzentrum – finanziert durch Spenden aus Frankfurt.
Die Stadt Charkiw befindet sich fast an der Frontlinie und ist täglich unter
Beschuss.
Im November 2024 durfte ich Teil der Frankfurter Delegation nach Lwiw sein, die
die Grundlagen für eine zukünftige Städtepartnerschaft geschaffen hat. Diese
Partnerschaft steht für Austausch, Verantwortung und gemeinsame europäische
Zukunft.
Auch kulturell engagiere ich mich stark: 2023 gründete ich mit einer
Vereinskollegin die gemeinnützige Initiative für zeitgenössische Kunst
einundneunzig galerie. Unser Anliegen ist es, kulturelle Teilhabe zu fördern,
interkulturelle Brücken zu bauen und den Dialog zwischen der ukrainischen und
der deutschen Kunst- und Kulturszene zu stärken. In nur zwei Jahren entstanden
über 15 Veranstaltungen: Ausstellungen, Konzerte, Filmvorführungen,
Podiumsdiskussionen und Kunstbuchmessen – Begegnungsräume, die Frankfurt
bereichern.
Bereits während meines Studiums an der Universität Passau engagierte ich mich im
Akademischen Auslandsamt in der Betreuung internationaler Studierender und
unterrichtete Deutsch als Fremdsprache. Dort lernte ich, wie wichtig
niedrigschwellige Teilhabe, Sprachförderung und echte Willkommenskultur sind –
Themen, die mir bis heute am Herzen liegen.
In Frankfurt leben rund 200.000 Wahlberechtigte Menschen für die KAV, darunter
etwa 10.000 Ukrainer*innen. Viele von ihnen kennen mich aus Demonstrationen,
kulturellen Veranstaltungen oder aus unserer Vereinsarbeit. Ich möchte ihre
Stimmen, aber auch die Anliegen aller internationalen Communities in Frankfurt
sichtbar machen und stärken. Die ukrainische Gemeinschaft, insbesondere Frauen,
hat viel Potenzial, das ich gemeinsam mit den GRÜNEN weiterentwickeln möchte.
Ich kandidiere, um mich besonders für folgende Themen einzusetzen:
* Förderung des kulturellen Austauschs und Stärkung migrantischer
Kulturschaffender
* Kinder- und Jugendarbeit, denn junge Menschen brauchen sichere Räume, Chancen
und Unterstützung
* Aufklärung und Abbau von Vorurteilen, für ein solidarisches, respektvolles
Miteinander
* Teilhabe und Integration, damit Ausländer*innen echten Zugang zur Mitte der
Gesellschaft erhalten — u. a. durch bessere Einbindung in Vereine, Initiativen
und städtische Strukturen.
Als leidenschaftliche Volleyballerin bin ich selbst Mitglied bei Eintracht
Frankfurt underlebe täglich, wie verbindend und inklusiv Vereinsleben sein kann.
Ich möchte Teil einer KAV sein, die sichtbar, empathisch, wirksam und progressiv
ist — und die Frankfurt weiterhin zu einer Stadt macht, in der Vielfalt als
Stärke gelebt wird.
Eure Oksana Pavliuk
